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Kooperative Stadt- und Regionalentwicklung

Kommentar von Yvonne Franz und Martin Heintel
Banner für Beitrag aus dem Wissen Magazin zum Buch Kooperative Stadt- und Regionalentwicklung zeigt das Buchcoverr

Die Bewältigung der Auswirkungen von Klimawandel, Fragestellungen zur Mobilität oder Herausforderungen einer gerechten Raumentwicklung kann künftig nur noch in kooperativer Weise erfolgen. Diese These bildet den Leitgedanken des vorliegenden Buches. In Anbetracht von Ressourcenverknappung ist es unerlässlich, eindimensionale Lösungen und Kurzschlusshandlungen zu vermeiden. Die komplexeren Herausforderungen der Zeit erfordern vielfältige Zugänge und Kompetenzen, Widerspruchsmanagement sowie Inter-, als auch Transdisziplinarität. Kooperation ist der Schlüssel, um in Gestaltung und Wirkungsmacht zu kommen. Allerdings kann Kooperation nicht als gegeben vorausgesetzt, sondern sollte vorausschauend gelernt werden.

Kooperationen werden in der Praxis häufig reaktiv und gezwungenermaßen eingegangen, wenn ein Anlassfall vorliegt, schnelle Lösungen erforderlich sind oder die finanziellen Mittel
erschöpft sind. Kooperation tritt allerdings auch „auf den Plan“, wenn Anreizsysteme geschaffen und Gelder bereitgestellt werden. Sowohl die Reaktion als auch der Anreiz eignen sich, um ins Handeln zu kommen. Sie bieten aber in der Regel nicht jene Lösungen und Perspektiven, die für Krisenvorbau und strategische Robustheit notwendig sind. Vorausschauende Kooperationen sind daher vonnöten.

Erste Antworten und Anleitungen zu Kooperationen finden sich in der 2. Auflage der „Kooperativen Stadt- und Regionalentwicklung“. Diese Kooperative Stadt- und Regionalentwicklung erweiterte und aktualisierte Auflage steht ebenso im Kontext von Erkenntnissen aus dem berufsbegleitenden Masterprogramm „Kooperative Stadt- und Regionalentwicklung“ am Postgraduate Center der Universität Wien.

Im ersten Teil des Buches steht die konzeptionelle Ebene im Vordergrund. Regional Governance – sowohl vertikal wie horizontal – spielt dabei ebenso eine zentrale Rolle, wie die regionale Handlungsebene auf unterschiedlichen Maßstabsebenen. Inhaltliche Schwerpunktsetzungen sind zB soziale Innovationen, Gemeinwohlförderung, Innovationspolitik, Wirtschaftsentwicklung und Daseinsvorsorge.

Der zweite Teil des Buches stellt die methodischen Herangehensweisen einer Kooperativen Stadt- und Regionalentwicklung in den Fokus. Als diesbezügliche Stichworte seien Partizipationsformate, Datenvisualisierung, Kommunikation, Design-Thinking und Framing exemplarisch angeführt. Viele Herangehensweisen wurden hierbei im inhaltlichen Kontext erstmals erprobt und reflektiert.

Das dritte Drittel des Buches widmet sich der Implementierung einer Kooperativen Stadt- und Regionalentwicklung. Interkommunale Kooperation, Stadtmarketing, Wohnungspolitik, Mobilität, Gebietsschutz, Coworking, Mehrfach- und Zwischennutzung, „Do-it-together-Stadt“, Sozialmärkte – all das und viel mehr sind Beispiele, die Kooperationen auf der regionalen Handlungsebene sichtbar machen.

Gelingt die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses zwischen Politik, Verwaltung, Stakeholdern und Zivilgesellschaft, das von wissenschaftlicher Forschung begleitet wird, so ist ein wichtiger Schritt zu Kooperation und Lösungskompetenz gelegt. Das Lernen der gemeinsamen Sprache, sowie Kooperationen als „praktische“ Lösungskompetenz zu verinnerlichen kann als Bedingungsvoraussetzung für zukünftige Gestaltung räumlicher Entwicklung gesehen werden. Daher: #kooperationjetzt!

25. November 2024


Yvonne Franz

ist Stadtgeographin am Institut für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien mit Forschungsinteressen im Bereich der Stadterneuerung und Gentrification, Super- Diversität und soziale Innovation. Ihr Kerninteresse liegt im Verständnis von Stadt(teil)veränderungsprozessen, die sie im Hinblick auf Akteur:innen, deren Politiken und Praktiken in einem räumlichen Mehrebenensystem analysiert.

Martin Heintel

ist Professor am Institut für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien. Seine Arbeitsgebiete liegen im Bereich der Stadt- und Regionalforschung, Regionalentwicklung und -politik, grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, Politischen Geographie sowie bei Megacities in SO-Asien.

Portraitfoto von Yvonne Franz

Foto: © Universität Wien

 
Portraitfoto von Martin Heintel

Foto: © www.schauen.at

 

Literatur zum Thema

Kooperative Stadt- und Regionalentwicklung

UTB Mittlere Reihe

Kooperative Stadt- und Regionalentwicklung

Veröffentlicht 2025
von Yvonne Franz, Martin Heintel bei UTB, facultas
ISBN: 978-3-8252-6363-8

Warum braucht es Kooperation in der Stadt- und Regionalentwicklung? Welche Kompetenzen werden für ein Berufsfeld der Kooperativen Stadt- und Regionalentwicklung benötigt? Ausgehend von diesen zentralen Fragestellungen reflektieren zahlreiche erfahrene Autor:innen aus Wissenschaft, Verwaltung, ...