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MANZ Genjus KI mit neuen Funktionen und Inhalten von facultas

Alexander Feldinger im Gespräch

Neuigkeiten und Verbesserungen bei Genjus KI gibt es praktisch im Wochentakt. Zuletzt wurde das 16. Release des KI-basierten Recherche-Tools von MANZ freigeschaltet, neueste Ergänzung der Genjus Datenbasis sind nun auch Publikationen von facultas.

Herr Feldinger, MANZ Genjus KI beantwortet komplexe juristische Fragen in natürlicher Sprache, nennt Fundstellen und zeigt die entsprechenden Volltextdokumente an. Was kann das Tool heute bereits darüber hinaus?

Alexander Feldinger: Schon jetzt geht Genjus KI deutlich über die klassische Recherche hinaus. Unsere Kund:innen lassen KI-unterstützt Vertragsklauseln erstellen oder Zusammenfassungen von Gerichtsentscheidungen generieren. Natürlich gibt es alle möglichen Anfragen – von sehr einfachen Themen bis hin zu sehr komplexen, vielschichtigen juristischen Sachverhalten. Letztere lassen sich mithilfe der „Fokus-Recherche“, einem intelligenten KI-Agentensystem, gezielt und mit hoher Antwortqualität lösen.

Auf welche Inhalte greift Genjus KI derzeit zurück?

Feldinger: Die Grundlage bilden MANZ-Fachliteratur, Inhalte der Fachinformationsplattform Findok sowie des Rechtsinformationssystems RIS, wobei Bundesgesetzblätter ausgenommen sind. Dieser Pool wird laufend erweitert. Kürzlich kamen EUR-Lex sowie die Publikationen des Kitzler Verlags und von facultas – darunter 14 Kommentare und Handbücher wie der EStG-Kommentar von Doralt ua, das Handbuch Vorstand und Geschäftsführung sowie vier Zeitschriften – hinzu. Darüber hinaus werden im Laufe des Jahres als neue inhaltliche Kategorie auch die Werke des Verlagsbereichs „MANZ Wissenschaft“ aufgenommen.

Neben den Inhalten wächst auch der Leistungsumfang. Welche neuen Features sind geplant?

Feldinger: Noch im ersten Halbjahr wird es in einer Testphase möglich sein, eigene Dokumente hochzuladen. Dafür nutzen wir die hochsichere, DSGVO-konforme Infrastruktur von MANZNoxtua. Bis zu fünf PDF-Dateien können dann als Basis für KI-gestützte Antworten oder Analysen dienen. Genjus KI greift dabei zusätzlich auf verlagseigene Inhalte zurück. Damit lassen sich zum Beispiel Verträge miteinander vergleichen, gegnerische Schriftsätze unter Berücksichtigung aktueller Judikatur und Literatur analysieren oder gezielt gegensätzliche Meinungen in der Fachliteratur suchen.

Auch bei der Datenbankstruktur soll sich etwas verändern. Was ist geplant?

Feldinger: Die Datenaufbereitung wird künftig auf neue Beine gestellt. Die Entwicklung geht von einer Vektordatenbank hin zu einer Graph-Datenbank. Diese setzt einzelne Passagen in Beziehung zueinander und stellt Informationen vernetzt dar. Beide Systeme ergänzen einander und werden gemeinsam genutzt. Das wird die Qualität, die Nachvollziehbarkeit und die Vollständigkeit der Antworten nochmals erhöhen.

Wird Genjus KI damit auch interaktiver?

Feldinger: Ja, MANZ Genjus KI wird Rückfragen stellen können, um die beabsichtigte Fragestellung oder die Erwartungen der Nutzer:innen noch klarer zu erfassen. Diese Funktionalitäten werden dem Tool sozusagen Flügel verleihen. Der entsprechend optimierte KI-Recherche-Assistent wird in den kommenden Monaten über alle Rechtsbereiche ausgerollt.

17. Juni 2026


Alexander Feldinger

Alexander Feldinger ist Leiter der MANZ Legal Intelligence Services.

Mehr zur KI-gestützten Rechtsrecherche finden Sie hier!

Foto: © Severin Wurnig